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Esther Henseleit nach Major: "Ich habe mir die Chance auf den Sieg erarbeitet"

Publiziert am
2 August 2026
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Esther Henseleit verpasst den Sieg bei der AIG Women's Open erst im Playoff. Die Deutsche blickt dennoch stolz auf ihre starke Major-Woche zurück.

Esther Henseleit hat den größten Erfolg ihrer Major-Karriere nur hauchdünn verpasst. Die deutsche Spielerin aus Friesland belegte bei der AIG Women's Open im Royal Lytham & St. Annes Golf Club nach einer dramatischen Schlussrunde den zweiten Platz. Erst im Stechen gegen die Japanerin Shiho Kuwaki musste sie sich geschlagen geben und verpasste damit den Triumph beim letzten Major des Jahres denkbar knapp.

Für den emotionalen Höhepunkt sorgte Henseleit mit einem langen Putt am 18. Grün, der sie überhaupt erst ins Playoff brachte. Die Friesländerin verfolgte den Ball bis zuletzt mit Spannung. „Die letzten drei Fuß war der Ball genau auf Linie. In diesem Moment dachte ich: Der könnte tatsächlich fallen“, sagte sie. Als der Putt schließlich im Loch verschwand, sei das ein Moment gewesen, den sie „noch sehr lange in Erinnerung behalten“ werde.

Esther Henseleit ist Stolz trotz bitterem Ende

Auch wenn die Niederlage im Stechen schmerzte, überwog bei der 27-Jährigen schnell der Stolz auf ihre Leistung. Esther Henseleit betonte, dass sie sich die Chance auf den Titel selbst erarbeitet habe und mit ihrer Leistung unter Druck zufrieden sei. „Ich bin sehr glücklich darüber, wie ich mir heute die Möglichkeit gegeben habe zu gewinnen und wie ich mit der Situation umgegangen bin“, erklärte sie. Auf dem zweiten Extraloch habe sie zwar etwas Pech gehabt, letztlich habe sie aber alles gegeben. „Ich habe wirklich alles versucht. Heute sollte es einfach nicht sein.“

Schwierige Lage im Playoff

Entscheidend wurde das zweite Playoff-Loch, an dem Henseleit nach einem unglücklichen Bounce in eine schwierige Lage geriet. Sie vermutete, dass ihr Ball einen ungünstigen Abpraller bekommen hatte. „Das war wahrscheinlich einfach etwas Pech. So ist Linksgolf“, sagte sie. Trotz der misslichen Situation blieb ihr Ansatz unverändert: Ruhe bewahren und sich ausschließlich auf den nächsten Schlag konzentrieren. „Wir spielen jede Woche unter Druck. Natürlich ist die Bühne bei einem Major größer, aber am Ende ist es trotzdem nur Golf.“

Nach einer durchwachsenen Auftaktrunde hätte Henseleit selbst nicht damit gerechnet, am Sonntag um den Titel zu spielen. Zunächst habe das Ziel lediglich darin bestanden, überhaupt den Cut zu schaffen. Mit einer starken zweiten Runde und einer weiteren Leistungssteigerung am Wochenende spielte sie sich jedoch überraschend in die Finalgruppe. „Als ich gestern ins Clubhaus kam, hätte ich niemals gedacht, dass ich am nächsten Tag in der letzten Gruppe spielen würde“, sagte sie rückblickend. Zwar gebe es einige Schläge, die sie im Nachhinein gerne anders gespielt hätte, dennoch könne sie sich keinen Vorwurf machen. „Ich habe bei jedem Schlag mein Bestes gegeben.“

Ruhe auf der größten Bühne

Im Vergleich zu ihrem olympischen Silberkampf in Paris empfand Henseleit das Major-Finale sogar als etwas weniger nervenaufreibend. Zu Beginn der Runde sei sie zwar angespannt gewesen, doch mit zunehmender Dauer habe sie ihren Rhythmus gefunden. „Ich war bei den Olympischen Spielen nervöser. Heute war ich nach den ersten Löchern eigentlich ziemlich ruhig.“ Besonders auf der Back Nine habe sie das Turnier genießen können und sich ganz auf ihr eigenes Spiel konzentriert.

Die Deutsche möchte die Erfahrungen aus dieser Woche nun gemeinsam mit ihrem Team auswerten. Vor allem der Umgang mit Druck und die Art, wie sie das Momentum am Finaltag auf ihre Seite ziehen konnte, seien wertvolle Erkenntnisse für kommende Major-Turniere. „Es gibt viele Dinge, auf die ich heute stolz sein kann“, sagte Henseleit. „Jetzt werden wir die Woche gemeinsam analysieren und schauen, was wir für das nächste Mal mitnehmen können.“

Lob für ihren langjährigen Wegbegleiter

Besonders emotional wurde Henseleit, als sie über ihren Caddie und Coach Reece sprach. Seit rund fünf Jahren arbeiten beide zusammen und hätten sich gemeinsam kontinuierlich weiterentwickelt. "Ohne ihn wäre ich nicht hier. Er ist seit fünf Jahren mein Caddie und mein Coach. Wir haben gemeinsam so viele Fortschritte gemacht und sind einfach ein großartiges Team“, sagte Henseleit. Dass sie trotz der intensiven Zusammenarbeit auch abseits des Platzes bestens harmonieren, mache diese Partnerschaft besonders. „Wir genießen die Zeit miteinander rund um die Uhr. Solche Erinnerungen gemeinsam zu schaffen, bedeutet uns sehr viel."

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2 August 2026
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